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rTMS

Funktionelle Neurologie

Im Gegensatz zu strukturell bedingten Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS), z. B. Hirninfarkt, Entzündungen oder Trauma kann mit "funktioneller Neurologie" ein gestörter Ablauf der komplexen neuronalen Netzwerktätigkeit bei grundsätzlich intaktem mikro- und makroskopisch-anatomischen Apparat bezeichnet werden. Die Funktion des neuronalen Netzwerks ist abhängig von ihrer genetischen Grundlage und durch äußere Faktoren gestaltete Einflüsse. Letztere sog. epigenetische Faktoren sind wie die genetischen äußerst komplex, sie sind zudem in der Lage, auf die genetische Steuerung Einfluß zu nehmen, d. h. Umwelteinflüsse modulieren letztlich das Maß und die Art, wie unsere genetische Grundausstattung uns steuert.

Störungen in diesem unüberblickbar komplexen Zusammenspiel können die Performance des Gehirns beeinträchtigen. Es können Beeinträchtigungen z. B. bei der Kognition, der Affektsteuerung und den Emotionen resultieren und schließlich noch komplexer Beeinträchtigungen in zwischenmenschlichen Beziehungen nach sich ziehen. Es sind dies die klassischen Störungen, die üblicherweise in der Psychiatrie beschrieben wurden. Nun gibt es keine psychische Äußerung, deren Grundlage nicht in neuronalen Netzen und damit in der Materie liegt. Diese läßt sich aber auf vielfältigste Weise therapeutisch beeinflussen, z. B. durch Psycho- und Pharmakotherapie.

Eine positive Beeinflussung der bei Depression beteiligten neuronalen Netze läßt sich seit Neuestem auch durch repetitive Transcranielle Magnetstimulation (rTMS) herbeiführen. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, daß es praktisch keine Nebenwirkungen hat. Die rTMS ersetzt sicher nicht andere Therapieverfahren, insbesondere nicht solche, bei denen an der Beziehung gearbeitet wird (viele Formen der Psychotherapie), sie stellt aber mit einem innovativen Therapieansatz eine sinnvolle Ergänzung zu herkömmlichen Verfahren dar und kann zu einer Einsparung von Antidepressiva beitragen.

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