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Liquorunterdrucksyndrom (Intracranial hypotension)

Zunehmend wird ein bislang als selten angesehenes Krankheitsbild diagnostiziert: Das sog. spontane Liquorunterdrucksyndrom. Hierbei kommt es ohne einen klaren Verletzungsmechanismus (wie z. B. versehentliche Verletzung der harten Hirnhaut durch einen Periduralkatheter) zum Auftreten sehr typischer Beschwerden: Kopfschmerzen insbesondere in aufrechter Position, Übelkeit, Erbrechen, Tinnitus, Hirnnervenlähmungen, Hörstörung. Häufig wird das Krankheitsbild im Anfangsstadium selbst bei durchgeführter CT und MRI nicht erkannt, da die Beschwerden auch unspezifisch sein können und zum Beginn der Erkrankung in den bildgebenden Verfahren nur subtile Veränderungen zu finden sind, die insbesondere dem nicht in der Neuroradiologie Erfahrenen entgehen können.

Abb. 1 und 2: Darstellung eines fortgeschrittenen Liquorunterdrucksyndroms mit bifrontotemporalen Rhexisblutungen und schlitzförmigen Seitenventrikeln sowie nach KM-Gabe starkes Enhancement der Gefäße als Ausdruck eines bei intracranieller Hypotension als Kompensation vermehrten Blutvolumens (Monro-Kellie-Doktrin).

Ohne entsprechende Kenntnis des klinischen Bildes besteht die Gefahr einer Fehlinterpretation des CT als "Hirnödem", womöglich mit der Folge einer Fehlbehandlung. Mittels der farbcodierten transcraniellen Duplexsonographie (TCCS) ist es auf nicht invasivem Weg möglich, eine Differenzierung zwischen erhöhtem und erniedrigtem intracraniellen Druck vorzunehmen. Im letzteren Fall finden sich erhöhte mittlere Blutflußgeschwindigkeiten (mean-BFV) in arteriellen und venösen Gefäßen.

Abb. 3-8: Massiv erhöhte BFV in verschiedenen intracraniellen arteriellen und venösen Gefäßen