Home

Sport und Neurologie

Nervenschäden bei (Leistungs-)Sportlern zählen glücklicherweise zu den seltenen sportbedingten Verletzungen. Die Diagnosestellung ist daher oft erschwert, da oft die Verletzungsmuster nicht allgemein bekannt sind. Sowohl das zentrale (Gehirn, Rückenmark) als auch das periphere Nervensystem können betroffen sein. Oft handelt es sich um für bestimmte Sportarten typische Nervenläsionen. Im Folgenden werden einige Beispiele für sportbedingte Nervenschäden gegeben.

  • Neben einer akuten Erschütterung oder Prellung von Gehirn und Rückenmark z. B. beim Fußball oder Boxen können auch Spätfolgen nach wiederholten Schädel-Hirn-Traumata, wie . z. B. die "Boxer-Demenz" auftreten.
  • Tauchunfälle, z. B. im Rahmen der Dekompressionskrankheit betreffen regelhaft das Gehirn. Paradoxe Embolien bei Druckänderung und unerkanntem offenen foramen ovale (PFO) mit den möglichen Folgen eines Schlaganfalles sind bekannt.
  • Bei den sportbedingten Verletzungen peripherer Nerven können unmittelbare Traumen oder wiederholte Mikrotraumen zu Schmerzen oder Funktionsbeeinträchtigungen von Nerven führen, z. B.
    • n. accessorius: Schlag gegen den Hals
    • n. axillaris: im Rahmen einer Schulterluxation
    • n. suprascapularis: insb. bei Basketballspielern, kann ein Rotatorenmanschettensyndrom vortäuschen
    • n. musculocutaneus: Gewichtheben
    • r. prof. n. radialis: Tennisspieler
    • n. ulnaris: Baseball-Pitcher, Fahrrad-Fahrer
    • Tarsaltunnelsyndrom: Laufen, Skilaufen, Bergsteigen
    • Kompartmentsyndrom durch Überanspruchung
  • Dissektion von hirnversorgenden Gefäßen nach Schlag gegen den Hals oder bei HWS-Distorsion

Die Untersuchung peripherer Nervenverletzungen erfolgt klinisch und mit Hilfe neurophysiologischer Techniken und Ultraschallverfahren.