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Behandlung der Depression mittels repetitiver trancranieller Magnetstimulation (rTMS)

Das Krankheitsbild der Depression ist weit verbreitet. Therapeutisch werden im Wesentlichen Antidepressiva und Psychotherapie eingesetzt. Antidepressiva sind häufig mit einer Reihe von Problemen belastet: Viele Patienten haben unerwünschte Nebenwirkungen. Mehr als 40% der medikamentös behandelten Patienten sprechen nicht auf Antidepressiva an, etwa 60% der auf die Medikation ansprechenden Patienten zeigen eine nur unvollständige Besserung und etwa 10 % aller Patienten bleiben trotz Medikation dauerhaft depressiv. Es besteht großer Bedarf an weiteren wirkungsvollen Therapien.

Neuere Untersuchungen in der fMRI (Funktionskernspintomographie) an Gesunden und Depressiven legen eine Störung der Emotionsregulation bei der Depression nahe. Es konnte gezeigt werden, daß bei der Regulation negativer Emotionen die Hirnaktivität im linken präfrontalen Cortex (PFC) ansteigt. Bei Patienten mit Depression fällt dieser Anstieg geringer aus, und es kommt zu einer relativ vermehrten rechtsseitigen Aktivierung des PFC [Johnstone T et al. J Neuroscience 2007;27:8877-8884].

Mittels rTMS kann diese Störung der Regulation positiv verändert werden. Das Prinzip der rTMS: Wiederholte (repetitive) magnetische Impulse, die schmerzlos über dem zentralen Nervensystem mit Hilfe einer Magnetspule abgegeben werden, führen je nach Reizfrequenz zu einer vorübergehenden Veränderung der Transmission hemmender oder erregender Neurone und bewirken so eine Modulation vorbestehender synaptischer Bahnung. Mit rTMS kann in Abhängigkeit der Stimulationsfrequenz sowohl eine Aktivierung des linken PFC als auch eine relative Deaktivierung des rechten PFC vorgenommen werden.

Im Oktober 2008 wurde in den USA die rTMS zur Behandlung der Depression von der FDA als wirksame, nebenwirkungsarme und sichere Behandlungsmethode zugelassen. Die Wirksamkeit der rTMS wurde in vielen großen internationalen wissenschaftlichen Studien insbesondere aus den USA und Deutschland in den letzten Jahren belegt, das Verfahren ist "evidenzbasiert". Die Abb. zeigt einen Magnetstimulator.

Abb.: Magnetstimulator


Vorteile:
  • Einsparung von Medikamenten, d. h. weniger Nebenwirkungen
  • Anhaltender antidepressiver Effekt nach intensiver Behandlung
  • Wenige und seltene Nebenwirkungen (z. B. vorübergehende leichte Kopfschmerzen)
Nachteile:
  • Neue Behandlungsmethode, in Deutschland nur im Rahmen eines individuellen Heilversuchs möglich
  • (noch) keine Erstattung durch gesetzliche Krankenkassen (Privatkrankenkassen auf Anfrage)

rTMS-Behandlungen können bei uns im Rahmen eines individuellen Heilversuchs durchgeführt werden. Die Behandlung erfolgt in der Regel innerhalb von 2-4 Wochen an 10-20 Tagen für jeweils ca. 20-30 Minuten. Vor Behandlungsbeginn sind in einem ausführlichen Vorgespräch medizinische und technische Fragen bezüglich Indikationsstellung, Ablauf und Kostenübernahme zu klären. Nähere Informationen und Anmeldung: 069-1563-1581

siehe auch TMS Center Frankfurt/Main und Vortrag rTMS - Behandlungsoption bei Depression


Einige weitere Informationen zu rTMS im Netz: